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Das finanzielle Desaster Griechenlands - weiterführende und immer aktuelle Links am Seitenende
Da war noch die Geschichte... ... in den 60er Jahren des 20sten Jahrhunderts - und mehr noch in den 70ern und frühen 80ern. Damals gab es in Griechenland eine weit verbreitete Armut. Nicht wie in den Slums der afrikanischen, amerikanischen und asiatischen Stadtränder. In einer ärmlichen Hütte lebten Menschen und Tiere häufig zusammen - dennoch war der gestampfte Lehmboden stets sauber gefegt. Vor der Hütte standen aufgereiht die aufgeschnittenen Blechkanister mit Blumen, Kräutern und Baumsetzlingen. Alles in weiß gekalkt. Es war eine bunte Armut, und manchmal auch eine fröhliche. Stolz und Ehre ersetzen oftmals die klassischen Statussymbole. Die ersten Touristen kamen: Wanderer, Rucksackreisende aus allen Ländern, jung, kein Geld in den Taschen, die Köpfe voller Ideen, Hoffnungen und Träume. Sie wurden in Griechenland von einer armen Bevölkerung mit einer Herzlichkeit aufgenommen, die weltweit ihresgleichen suchte. Der bedürftigste Bauer schenkte von seinen Früchten, der Fischer von seinem Fang. Eine Unterkunft kostete pro Nacht soviel wie eine Packung Zigaretten oder war gar ganz umsonst. Irgendwie ein Paradies, geprägt von einer anderen Kultur - voll vermeindlicher Naivität? |

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Es gab dann schon recht bald einige "Touristen", die Globetrotterführer verfassten mit detaillierten Angaben, bei wem man wo umsonst wohnen konnte, kostenlos essen und überhaupt: wie und wo man am besten schnorren konnte. Ein Bestseller unter den Alternativreisenden. Verständlicherweise dauerte es nur wenige Jahre, bis die Griechen das merkten und sich ausgenutzt fühlten. Unter ihnen gab es dann recht bald auch die hellen Köpfe, die hinter der Gastfreundschaft Geschäfte witterten. So entstanden selbst in entlegenen Buchten die ersten einfachen Hotels und Tavernen.
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Parallel zu dieser Entwicklung fand in Mittel- und Nordeuropa ein atemberaubender Mentalitätswechsel statt, weit weg von einer ethisch begründbaren Daseinsform hin zu dem von Banken erfundenen Leitsatz: "Haste was - dann biste was". Der endgültige Startschuss zum Rattenrennen hinter Geld und Sicherheit. Versicherungen, Banken, Sparkassen, Großkaufhäuser, Konzerne, Medienhäuser formten eine Gesellschaft um nach ihren Vorstellungen, die sich ausschließlich am finanziellen Gewinn orientierte. Die Griechen staunten. In ihren eigenen Reihen hatten sie zwar auch märchenhaft reiche Gestalten, doch diese lebten weit weg in den Hochglanzillustrierten. Dem dörflichen Griechen in seiner Bucht rückte die neue Touristenmentalität jedoch viel näher.
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Eine Veränderung war nicht zu leugnen: Hatten die Komplikationen des Hippie-Tourismus für die griechische archaische Denk- und Fühlweise überwiegend darin bestanden, dass sich eine verbotene Nacktheit verbreitete, dass sich an dem offenen Umgang mit Sex die (immer bereite) Phantasie der männlichen Griechen aller Altersstufen entzündete, so war das, was nun importiert wurde, eher die nackte Gier. Klar wollten auch die meist männlichen Griechen schon immer mal ein tolles Auto fahren und es lag nichts näher, als dass man sich die seit der Antike manifestierte Gastfreundschaft in barer Münze auszahlen ließ. Aus einfachen Tavernen wurden innerhalb weniger Jahre Imbißstände, Snackbars oder gar Stranddiskos. Der japanische Schrott-PickUp blieb verrostet im Garten stehen. Es gab jetzt BMW und Mercedes. Geleast - selbstverständlich - oder mit Ratenzahlungen über 6 Jahre. "Der Grieche" war immer lernfähig, hat sich immer schon sehr schnell auf neue Umstände eingestellt, sich angepasst, und das Beste daraus gezogen - so wie er meint, welches das Beste für ihn sei. Nun sind viele auch in Griechenland so gierig geworden wie viele in Mitteleuropa. Nicht jeder Bauer gibt seine Orange kostenlos her, dem Fischer kann man seinen Fisch bald nicht mehr bezahlen, und der Kaffee kostet soviel, dass die Raten für das neue Auto bezahlt werden können.
Jeder Grieche fühlt sich als erstes verpflichtet, seine Familie zu schützen, zu ernähren, in jedem Fall zu verteidigen. Also baut der "einfache" Grieche jedem Kind ein Haus, wenn er sich's leisten kann. Und wenn er sich's nicht leisten kann, dann hat er ja davon gehört, dass die Banken das Geld nur zu gerne zur Verfügung stellen. Neue Schulden. Ein Spiel - oder ? Andreas Papandreou hat als erster Ministerpräsident nach der Diktatur diese Denkweise öffentlich gemacht. Es gab Staatsgeschenke aller Art an alle - solange sie ihn wählten, ihren großen Familienvater, ihren Patriarchen. Das ging ins Geld. Und daran hat sich bis vor kurzem nichts geändert. |

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Gier allüberall. Aber es funktionierte doch eigentlich wie geschmiert! Siemens bekam Olympia-Aufträge und einige Minister bauten sich in unbebaubaren Gebieten Villen. Natülich mit dem Fakelo, ein Fakelaki reichte da nicht mehr.... . Ein Nehmen - und Geben! Der bewundernde Blick z.B. nach Deutschland ließ nicht unbedingt schlechte Gefühle aufkommen: Dort konnte ein Kanzler straffrei Schwarzgelder verstecken, ein Ministerpräsident in Hessen das Parlament belügen und dennoch bis heute im Amt bleiben - eine neue große europäische Gemeinschaft war geboren! Denn wenn's knapp wird, helfen die amerikanischen und deutschen Großbanken mit tollen Tricks bei der Verschleierung der maroden Finanzlage. Nein, wirklich: warum regen sich die Euro-Länder so auf? Die Griechen sind nicht gieriger als alle anderen Europäer, sie haben's nur ein wenig übertrieben, und das mit Hilfe und zum gewaltigen Gewinn ihrer amerikanischen und deutschen Helfershelfer!
Nicht zu vergessen die Anmerkung, dass von einem Volk, welches gerade mal 2% des gesamten europäischen BSP stellt, nicht wirklich eine Gefahr für die gesamteuropäische Währung ausgehen kann. Da steckt nun wirklich etwas ganz Anderes dahinter - und darüber sollte man im Rest-Europa ernsthaft nachlesen, bevor man mehr als dümmliche, antigriechische Artikel toleriert - wie im Februar 2010 geschehen. Hauptsächlich Deutsche haben in Griechenland unglaublich investiert, unglaublich viel nach Griechenland exportiert, und dies nicht aus Menschenfreundlichkeit, sondern aus Kalkül und ohne sich dafür zu interessieren, ob die Wirtschaftslage des Landes solches auf Dauer verträgt. Griechenland hat es nicht vertragen. Das war vorauszusehen, wenn man voraussehen wollte. Sollte nun das Thema zum Aufrühren von Nationalismen führen, sind wir tief gesunken. Das gilt für Deutschland ganz besonders, wo man zur Zeit mit vielen Zeigefingern auf "die Griechen" zeigt; und leider auch für Griechenland, da man vielerorts auf den Stinkefinger, montiert an einer antiken Statue - Symbol der Hochkultur des griechischen Altertums - hysterisch reagiert hat. (s. Titelblatt des "Focus")
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Zu uns: Wir sind momentan oft sauer, dass der griechischen Bevölkerung in den deutschen Medien außer Korruption nichts zugetraut wird. Wir erleben junge Leute und aufgeklärte Menschen in GR als viel engagierter, kraftvoller und genügsamer als viele von Hybris gepeinigte Nordländler.... . Und ohne Schmiergeld bewegt sich halt doch was - wir haben seit 25 Jahren nie welches gezahlt oder genommen.

- 06.08.2010 "Papandreou nennt es eine "Revolution für die Normalität", um das Land wieder aus sich selbst heraus lebensfähig zu machen. Wenn er so weiter machte wie in den vergangenen Wochen, ließe sich noch der Aufstieg eines großen europäischen Reformers beobachten: diesmal aus Griechenland." <<< Papandreou verordnet eine Revolution von oben
- 25.07.2010 "Sowohl in Griechenland als auch in der Türkei wird das deutsche Engagement für das griechische Militär daher auch äußerst kritisch bewertet, sieht man in der Finanzkrise doch die ideale Möglichkeit, aus dem selbstzerstörerischen Rüstungswettlauf auszusteigen. Solange Griechenland von deutschen und französischen Hilfszusagen abhängig ist und die Türkei in die EU will, treffen derlei Stimmen der Vernunft jedoch auf taube Ohren. Mit Rüstungsgütern lässt sich nun einmal sehr viel Geld verdienen - wen interessiert da der griechische oder gar der türkische Staatshaushalt." <<< "Griechische Milliarden für deutsche U-Boote"
- 5.5.2010 - eine der aufschlussreichsten und mutigsten Äußerungen <<< zu diesem Thema

- 03.05.2010 Das Verhältnis zwischen Deutschland und Griechenland hat angesichts der Schuldenkrise Athens einen Tiefpunkt erreicht. Dafür sei auch die Berichterstattung in beiden Ländern verantwortlich, kritisiert Martin Knapp. Sie sei von Sachkenntnis weitgehend ungetrübt, so der Geschäftsführer der deutsch-griechischen Industrie- und Handelskammer in Athen. <<<"Übertreibungen und Halbwahrheiten"
- 1.5.2010 Schwere, tiefe Einschnitte und erhebliche Steuererhöhungen stehen dem Land bevor <<< "Telepolis" - 1.5.2010 Auch deutsche Politiker haben offensichtlich ihre Zweifel: <<< in "Spiegel-online" - Dezember 2009 - Ein hervorragender Artikel aus der "ZEIT" <<< Griechenland - Siechenland
Betr.: Die teils gewaltsame Revolte der griechischen Jugendlichen
Die Revolte der Athener Jugendlichen wird sich in Griechenland ausweiten - und ausweiten müssen - auf die ländlichen Kommunen. Der Filz der Regierenden ist anachronistisch, tatsächlich: Griechenland im Umbruch. Unsere Hoffnung gilt der Neuen Generation, die die Nase voll hat von leeren Versprechungen und sich vielerorts den Enttäuschungen nicht mehr devot beugen mag. Hier geht es sehr wohl auch um den Naturschutz innerhalb der europäische Gemeinschaft. Wir alle sind betroffen, denn Filz und Geldgier sind keine Begriffe, die ein kleines Land wie Griechenland gepachtet haben. Wir kennen sehr viele Mitbürger, die nicht vergessen haben. Doch wir kennen über die Maßen viele, die es für unmöglich halten, gegen die "Regierenden" etwas außer Stammtischpolemik ausrichten zu können. Wir brauchen mehr Mut für ein Volksbegehren; lasst die griechischen Kinder mehr als Traditionen lernen! Und nehmen wir es auf uns, dies zu unterstützen.
Hier ein Artikel aus der "ZEIT" über die Hintergründe der Gewalt : Der Aufstand der Wohlbehüteten. Wie Berichterstattung das, was wirklich passiert, verändert und verfälscht, beschreibt in diesem fatalen Zusammenhang dieser Artikel: "Athen brennt nicht".
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